Donnerstag, 21. August 2014

Mehr Umarmungen, bitte!


Gestern hat mein Sohn zum allerersten Mal von sich aus seine ein Jahr ältere Cousine umarmt. Natürlich hat er schon Kuscheltiere und Mama und Papa umarmt, aber diese Umarmung war anders. Seine Cousine gab ihm einen Kuss auf die Wange und er antwortete ihr, indem er sie ganz herzlich umarmte. Es war ein unglaublich berührender Moment. Vorallem weil er so unerwartet geschah. Mein Herz schmolz dahin.

Diese schöne Situation ließ mich über Umarmungen nachdenken. Historisch betrachtet gehört die Umarmung wohl zu den ältesten Gesten, um Zärtlichkeit und Liebe auszudrücken. Sie bedeutet Geborgenheit, Nähe und spendet Trost und ist damit wahrscheinlich auf der Liste der Gesten noch vor dem Kuss einzugliedern. Ich selbst gehöre ja zu jenen, die immer und jederzeit umarmen, berühren und küssen. Ich zähle mich in dieser Hinsicht aber eher zu einem Randphänomen. Nicht jeder lässt eine Umarmung zu oder fühlt sich zumindest in der Situation nicht wohl. Körperkontakt empfinde ich als sehr essentiell, besonders im Hinblick auf Babys und Kinder. So kamen Forscher der Emory University in Atlanta und der McGill University in Montreal zu dem Schluss, dass aus Babys, die viel umarmt wurden, Erwachsene werden, die weniger stressanfällig sind. In meiner Familie wurde schon immer berührt und körperliche Nähe in Form von Umarmungen ausgetauscht. Ich bin sozusagen damit groß geworden und möchte dies auch in meiner eigenen kleinen Familie fortführen. Wir umarmen uns so oft es geht und ich habe das Gefühl, dass dies allen gut tut. Wissenschaftliche Studien konnten zeigen, dass Umarmungen nicht nur zum emotionalen Wohlergehen beitragen und physisch spürbar sind. Es gibt einen tatsächlich nachweisbaren, positiven Effekt auf die Gesundheit. Während einer Umarmung wird zum Beispiel das Hormon Oxytocin freigesetzt, ein sogenanntes Glücks- bzw. Kuschelhormon. Dieses Hormon bildet unter anderem den biologischen Grundstein für die Bindung zwischenmenschlicher Beziehungen. Weiters wurde nachgewiesen, dass die Hormone, die während einer Umarmung ausgeschüttet werden, die Gesundheit fördern und dazu beitragen, den Blutdruck zu reduzieren. So sollte jemand, der unter Stress leidet, einfach umarmen oder sich umarmen lassen, denn die Umarmungen bauen diesen ab und vertreiben Ängste. Berührungen tragen nämlich dazu bei, Anspannungen zu lösen, indem sie Beruhigungssignale an das Gehirn senden. Insofern: Mehr Umarmungen, bitte!

(Foto von Klaus Maislinger Photography)

Kommentare:

  1. Ein schöner Post, Nina!
    ICh könnte Paul auch rund um die Uhr bekuscheln - mal schauen, wie lange er mich noch lässt, bevor er zu cool zum umarmen ist ;)

    Liebe Grüße
    deine
    Julia

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  2. Danke liebe Julia für deinen Kommentar. Stimmt, die Zeit vergeht ja viel zu schnell und irgendwann kommt dann die Zeit, in der das Umarmen nicht mehr gewünscht ist.

    Ganz liebe Grüße
    Nina

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