Freitag, 1. August 2014

Schlafen oder nicht Schlafen, das ist hier die Frage

Seit nunmehr fast zwei Wochen schläft mein vierzehn Monate alter Sohn sehr schlecht. Er war noch nie ein guter Schläfer. Leider fällt ihm das Zur-Ruhe-Kommen und Einschlafen sehr schwer. In den letzten Wochen schläft er erst spät ein (zwischen sieben und acht Uhr abends) und wacht zwischen zwei und drei Uhr morgens auf. Er steht dann in seinem Bettchen und kann für einige Stunden nicht mehr einschlafen. Wir haben schon einiges probiert - Fläschen geben, in den Arm nehmen, aber leider hilft nichts. Irgendwann schläft er dann wieder ein, aber das dauert leider. Mein Mann und ich denken, dass es vielleicht mit den Zähnen zusammenhängt. Er bekommt gerade zeitgleich mehrere Backenzähne. Dennoch ist es für uns eine harte und vorallem schlaflose Zeit. Darum habe ich mir in letzter Zeit einige Gedanken zum Thema Schlafen gemacht. Besser gesagt zum Nicht-Schlafen. Früher (also in der Prä-Baby-Phase) habe ich gern und viel geschlafen. Und wenn ich sage gern und viel, dann meine ich gern und viel. Ich habe regelmäßig (!) acht bis zehn Stunden geschlafen. Ich bin nach dem Arbeiten heimgekommen und habe mich oftmals kurz hingelegt, um mich dann nach dem Abendessen und der Abendgestaltung wieder müde ins Bett zu legen. Mein Mann und ich zählten immer zu den Menschen, deren Samstage, Sonntage und Feiertage sehr spät begonnen haben - so gegen mittags meistens und wir genossen es. Wir waren nie Frühaufsteher und wollten es auch nicht sein. Die Wochenenden standen im Zeichen des Schlafens bzw. des einen-ganzen-Tag-im Bett-Verbringens. Im Bett wurde dann gegessen, gelesen und im Internet gesurft. Aber der Aufenthaltsort war definitiv das Bett, nur für kurze Zeiten wurde dieser schöne Ort verlassen, um - na ihr wisst schon was - auf der Toilette zu erledigen.
Mein Mann war meiner Meinung und verbrachte auch gerne viel Zeit mit Schlafen. Seit ich Mama bin hat sich mein Schlaf sehr stark verändert. Anfangs schlief ich sehr wenig, wenn es gute Nächte waren, kam ich auf eine Gesamtschlafzeit von drei Stunden. Alle Mamas wissen, wovon ich spreche. Ich war müde, aber es war nicht besonders schlimm, weil alles neu und das Baby da war. Und man konnte noch vom vielen Schlaf der Vorzeit zehren. Mit der Zeit geht die Schlaflosigkeit aber auf die Substanz. Die Reizschwelle ist niedriger und man ist einfach immer sehr müde. Als ich in letzter Zeit immer mehr über dieses Thema nachdenken musste, ist mir ein Buch eingefallen, dasss ich bereits vor Jahren gelesen habe. Das Buch heißt Schlaf von Haruki Murakami und es geht darin um eine Mutter, die nachts nicht mehr schlafen kann. Siebzehn Tage und Nächte ohne Schlaf. Es macht ihr aber nichts aus, sie genießt es sogar, sie hat am nächsten Morgen genauso viel Kraft und Energie, so als ob sie geschlafen hätte und ihr Geist und Körper zur Ruhe gekommen wären. Sie nützt die Zeit in der Nacht, eine wunderschöne Zeit - wie sie sagt -, weil in der Nacht alles ganz still ist und sie liest, sie verschlingt Bücher und versinkt nächtens in die Welt der Literatur. In ihrer Wohnung ist alles ganz still und ruhig, draußen ist es herrlich geräuschlos - kein Verkehr, keine Menschen. Einfach nur Stille. Fast geisterhaft, als würde nur sie als einzige Person existieren. Die Erzählung ist bereits in dem Buch Der Elefant verschwindet 1995 erschienen, aber erscheint in dieser neuen Ausgabe im neuen Glanz, weil das Buch durch wunderschöne Illustrationen von Kat Menschik ergänzt wurde. Ich kann euch das Buch nur ans Herz legen. Wie geht es euch mit dem Schlafen?

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