Sonntag, 31. August 2014

Verrückst du noch Möbel oder wohnst du schon?


Letztens kamen wir in einer netten Runde über Wohnsituationen zu sprechen. Ich erzählte, dass wir, seit wir zu dritt sind, immer wieder Wohnungstetris spielen müssten. Das heißt man muss Gegenstände verrücken, um an andere Möbelstücke zu gelangen. Den Wäscheständer vor- und wieder zurückschieben, um an den Kleiderschrank zu kommen. Die Gehschule vor- und wieder zurückstellen, um die Küche zu erreichen. Den Couchtisch weg- und wieder herräumen.
Das endlose Tetrisspiel in unserer Wohnung ist darauf zurückzuführen, dass wir einfach zu wenig Platz haben. Einer in der Runde sagte dann, dass man eigentlich zeitlebens ein Zimmer zu wenig hat, unabhängig davon, wie groß das Domizil ist, das man bewohnt. Mein Cousin sagte daraufhin, dass er ihm nur zustimmen kann, da er definitiv ein Zimmer zu wenig hat. (Er wohnt alleine in einer 100 qm großen Wohnung.) Wir leben in einer 69 qm Wohnung und leben wirklich auf engem Raum. Als wir noch zu zweit waren, war alles super. Die Wohnung war für uns beide groß genug. Jeder hatte seinen Platz für sich. In dem damals noch freistehenden Zimmer (dieses gehört jetzt meinem Sohn) stand mein großer Kleiderschrank und ein schönes Regal mit all meinen Büchern. Mein Mann hatte darin auch noch seinen Arbeitsbereich untergebracht. Der Wäscheständer hatte genügend Platz im Wohnzimmer und blockierte keine anderen Einrichtungsgegenstände, da dieses noch nicht mit Spielsachen und dem Arbeitstisch meines Mannes vollgestopft war. Keine Gehschule, kein Kinderhochstuhl, der mitten im Raum steht und über dessen nach außen gerichtete Beine bisher noch jeder unserer Gäste gestolpert ist, keine Lauflerngeräte, die Platz verschlingen. Kann man irgendwann behaupten, genug Platz zum Wohnen zu haben? Leben wir in einer Generation, die unersättlich ist und immer mehr will? Mehr Zimmer? Mehr Platz? Was meint ihr dazu? Wie ist eure Wohnsituation?

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