Freitag, 12. September 2014

On Photography and Motherhood


Mit der Kunst der Fotografie lassen sich Momente, die nie in Vergessenheit geraten wollen, einfrieren und für immer bewahren. Vor allem sind es Fotografien, die Dinge sichtbar werden lassen und uns diese so präsentieren, wie wir sie wahrscheinlich in der Hektik des Alltags nie gesehen hätten. "Fotografien", so schrieb bereits Susan Sontag, "bieten mehr als eine Neubestimmung des Stoffs unserer alltäglichen Erfahrungen (Menschen, Dinge, Ereignisse - alles was wir, wenn auch vielleicht anders und häufig, ohne es recht wahrzunehmen, mit dem bloßen Auge sehen); sie machen eine Vielzahl von Dingen sichtbar, die wir ohne sie niemals sehen würden."
Schwangerschaft, Geburt und Muttersein sind solche besonderen Momente. Es ist eine einmalige Erfahrung, die man hier als Frau erlebt und die man nicht wieder vergisst. Die israelische Fotografien Elinor Carucci hat solche Augenblicke ihres Mutterdaseins fotografisch festgehalten und dabei sind unglaublich berührende, verletzliche und intime Bilder entstanden, die ich so noch nie gesehen habe. Sie betitelt ihre Fotografien ganz schlicht mit "Mother" und erzählt darin ihre Erfahrungen als Mutter, die zwischen empfindsam und bedrückt changieren. Als ich die Bilder zum allerersten Mal gesehen habe, war ich sehr bewegt, einerseits weil die Bildsprache derart schön ist und andererseits weil ich durch ihre Bilder an meine Schwangerschaft und meine Zeit als Mutter erinnert wurde. Einen anderen Blickwinkel nehmen die Fotografien "drei" des deutschen Fotografen Fred Hüning ein, der als Vater die Mutter seines Sohnes und diesen selbst fotografiert. Auch diese Bilder erzählen über die Schönheit und das Leiden des Mutterseins. Durch den Blick des Vaters gewinnen sie aber eine neue Perspektive und wirken vielleicht manchmal etwas distanziert. Dennoch erzählen sie über das Geheimnis der Familie, die sich aus der Liebe zwischen zwei Menschen um einen dritten Faktor vermehrt hat.

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