Donnerstag, 18. September 2014

Ungebetener Rat tut selten gut!


Als Mama bekommt man immer und überall Ratschläge. Von der Mutter, der Schwiegermutter, von Geschwistern (egal ob diese selbst Eltern sind oder nicht), Nachbarn, Fremden im Bus, auf der Straße, beim Einkaufen und die Liste lässt sich noch unendlich lang fortsetzen. Diese Ratschläge können manchmal ganz hilfreich sein, manchmal können sie aber einfach nur nerven.
Ich persönlich finde, dass die Ratschläge von völlig Unbekannten die Schlimmsten sind. Bevor mein Sohn geboren war, ist es mir noch nie passiert, dass mich eine vollkommen fremde Person im Bus oder auf der Straße auf etwas hingewiesen oder ihre Meinung hinsichtlich meiner Person kundgetan hat. Seit ich Mama bin, häufen sich diese Zwischenfälle. So ist es mir einmal passiert, dass ich mit meinem Sohn im Bus unterwegs war zu einem Mittagessen bei meinen Schwiegereltern. Der kleine Mann war hungrig und hatte nicht geschlafen. Kurzum er war einfach etwas unrund und das Busfahren trug nicht wirklich positiv zu seiner Stimmung bei. Ich versuchte ihn etwas mit seinem Buggy-Spielzeug abzulenken, da kam der gut gemeinte Rat, der keiner war. Ein älterer Herr, der im Bus neben uns stand, sagte "Ich glaube, das ist ihm jetzt alles zu viel." Alles klar. Schließlich kennt er ihn ja schon seit über einem Jahr und verbringt jeden Tag mit ihm. Da weiß er natürlich genau, was er jetzt benötigt. Ich habe ihm mit einem schlichten "Hm" geantwortet. Ich glaube nämlich, dass der Schlüssel zu blöden und nicht besonders hilfreichen Ratschlägen der ist, sie einfach zu ignorieren. Müsste ich mich auf jeden noch so gut gemeinten Rat einlassen, würde ich irgendwann verrückt werden. Ein anderes Mal war ich mit meiner jüngeren Schwester und meinem Sohn in einer Konditorei Kuchen kaufen. Wir suchen gerade den Kuchen aus, mein Sohn steht neben uns und spielt mit dem Autoschlüssel meiner Schwester, als zwei ältere Damen die Konditorei betreten. Eine der Damen versucht ein Gespräch mit meinem Sohn zu starten, indem sie ihn fragt, was er da wohl in den Händen hält. Ich antworte für ihn, da das sprachliche Repertoire meines Sohnes momentan lediglich von Mama über Papa und Opa bis zu Oma reicht und antworte der Dame, dass er erst ein paar Wörter sprechen kann. Sie sagt zu mir in einem etwas - nennen wir es einmal - harscheren Ton, dass ich wohl nicht verstehe, dass sie mit ihm spielen will, also ich mich besser nicht einmischen sollte. Ich folge ihrem Rat und sage nichts mehr, führe meine Bestellung fort und bezahle zügig, damit wir die Konditorei gleich wieder verlassen können. Ich nehme sodann meinen Kleinen auf den Arm und die Frau fügt noch hinzu, indem sie mit meinem Sohn und nicht mit mir und meiner Schwester spricht, "die jungen Damen verstehen nicht, dass ich mit dir plaudern will". Ein erneutes "Hm" hat uns sodann aus der Situation befreit. Liebe Mitmenschen, bitte keine ungebetenen Ratschläge mehr!

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